Studie der Bertelsmann Stiftung 2019

Studie der Bertelsmann-Stiftung und Datenaufbereitung MEDIQON 

In der 2019 veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung mit dem Namen „Zukunftsfähige Krankenhausversorgung“ wird mit einer Reduktion des Behandlungsbedarfs durch Ausschöpfung des „ambulanten Potenzials“ kalkuliert (siehe dort Kapitel 2.2.2). Dabei beziehen sich die Autoren auf eine Veröffentlichung von Sundmacher L., et al. (2015) und verwenden die in dieser Arbeit angegebene Diagnosekodes für ihre Kalkulationen. 

Für die Auswertungen hat MEDIQON die zugehörigen Diagnosekodes der in der Bertelsmann-Studie angegebenen ambulant-sensitiven Krankheiten (ASK) herangezogen. Die entsprechenden Kodes wurde in den Daten der Qualitätsberichte der Krankenhäuser gekennzeichnet, um die entsprechenden Auswertungen erstellen zu können. 

Zusätzlich zu den Qualitätsberichten wurden Diagnosestatistiken herangezogen, deren Kodes der ASK ebenfalls gekennzeichnet wurden. Weiterhin wurde für jeden ASK-Diagnosekode die prozentuale Verteilung auf aG-DRGs ermittelt. Hierzu wurden die Datenveröffentlichungen des Institutes für das Entgeltwesen (InEK) herangezogen.

Weitere wichtige Einzelheiten zu den Datenaufbereitungen finden sie in den nachfolgenden Angaben zu den Datenquellen.

Datenquellen

1.       Bertelsmann-Studie 2019 

Studie „Zukunftsfähige Krankenausversorgung“ der Bertelsmann-Stiftung: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/VV_Bericht_KH-Landschaft_final.pdf

2.       Ambulant-sensitive Krankheiten nach Sundmacher 

Sundmacher L., et al. (2015): Which hospitalisations are ambulatory care-sensitive, to what degree, and how could the rates be reduced? Results of a group consensus study in Germany, in: Health Policy 119 (2015): 1415–1423

3.       Qualitätsberichte 2018 

Qualitätsberichte 2018 der Krankenhäuser gemäß § 137 SGB V. Wurden zu einem ICD-Kode weniger als 4 Fälle behandelt, darf die tatsächliche Fallzahl im Qualitätsbericht aus Datenschutzgründen nur mit „<4“ ausgewiesen werden. In diesen Fällen wurde die Fallzahl auf 1 gesetzt. 

Für Auswertungen mit Bezug auf den Krankenhausstandort wurden Daten der Qualitätsberichte gefiltert. Herausgefiltert wurden folgende Fachabteilungen, da wir davon ausgehen, dass sich dort keine bzw. nur ein geringer Teil an ASK-Fällen findet, die tatsächlich ambulant zu erbringen wären: 

  • Alle intensivmedizinischen Abteilungen, 
  • Neonatologie, 
  • Herz-Thorax-Gefäßchirurgie, 
  • Stroke Units. 

Um eine vergleichbare Darstellung von Qualitätsberichten, Diagnosestatistiken und Erlöskalkulationen zu erreichen, wurden zudem die psychiatrischen Fachabteilungen herausgefiltert.

 

Da die prozentuale Verteilung auf aG-DRGs zeigen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein größerer Teil der stationären Behandlungen der ASK-Gruppe Gonarthrose ambulant erbracht werden kann, wurde diese ASK-Gruppe ebenfalls ausgeschlossen. 

Zur Validität der Daten in den Qualitätsberichten muss folgendes angemerkt werden: In den Qualitätsberichten finden sich Angaben zu den vollstationären Fallzahlen bezogen auf die einzelnen Hauptdiagnosen für jede Fachabteilung. Gleichzeitig wird die Gesamtsumme der vollstationären Fälle für den Standort ausgewiesen. Die Aufsummierung der Einzelangaben und die ausgewiesenen Gesamtsummen weichen nahezu bei jedem Standort voneinander ab. Der Grund hierfür liegt in den Fallzahlen, die dem Datenschutz unterliegen (siehe oben) oder in möglichen Doppelzählungen zwischen den Fachabteilungen. Unabhängig davon finden sich gelegentlich so erhebliche Abweichungen, dass von Falschangabe in den Qualitätsberichten ausgegangen werden muss.

4.       Diagnosestatistik 2018 

Verwendet wurden die Angaben zu den Hauptdiagnosen der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (DRG-Statistik). Diese Statistik bezieht sich auf die vollstationären Patientinnen und erstreckt sich auf alle Krankenhäuser, die gemäß § 1 KHEntgG nach dem DRG-Vergütungssystem abrechnen. Ausgeschlossen wurden Datensätze, bei denen der Wohnort der Patienten, Alter, Geschlecht oder ICD-Kode unbekannt sind. Weiterhin wurden Patienten mit Wohnorten im Ausland ausgeschlossen.

5.       Datenveröffentlichungen der InEK 

https://www.g-drg.de/Datenbrowser_und_Begleitforschung/G-DRG-Report-Browser/aG-DRG-Report-Browser_2020